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Reisen statt Urlaub E-mail
by AT | Woanders | Thursday, 03 July 2008   


Juli. Urlaubszeit. Wer keinen Bock auf klotzige Bettenburgen, nervige Animation und den täglichen Kampf um die Liege am Pool hat, sollte anders reisen. Individuell.

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ugegeben, der Aufwand, alles selbst zu planen und zu organisieren, ist schon ein klein wenig größer als der Gang ins Reisebüro, wo man sich schließlich für das erstbeste 200-Euro-Pauschal-Spar-Allesdrinundesfehltauchnichts-Angebot entscheidet.

Wenn ihr ein Land und seine Bewohner näher kennen lernen möchte, solltet ihr eure Reiseplanung selbst erstellen und euer Vorhaben gut vorbereiten. Dazu gehört natürlich an erster Stelle die Frage nach dem Reiseziel. Am besten ihr notiert euch alle Erwartungen, die ihr mit eurem Urlaub verbindet. Dementsprechend  legt ihr fest, welche Regionen in die nähere Auswahl kommen. Als nächstes solltet ihr euch mit den Bedingungen vor Ort vertraut machen und eure Vorstellungen mit der realen Situation vergleichen. Dabei können unter anderem Tipps von Bekannten, die bereits dort waren, oder Internet-Foren ganz hilfreich sein. Auf diesen Plattformen tauschen sich Reisende hinsichtlich ihrer Erfahrungen aus und haben wichtige Hinweise bzw. Ratschläge parat, beispielsweise wo man gut und günstig übernachten kann oder welche Orte man besser meiden sollte.
Gute Reiseführer sind teuerSteht dann die Entscheidung, wo es hingehen soll, fest, sollte ihr euch nach einem guten Reiseführer umsehen. Und dieses Handbuch ist nicht ganz billig. Für einen brauchbares müsst ihr um die dreißig  Euro berappen. Bei Internetauktionshäusern oder Gebrauchtmarktplätzen geht es bedeutend preiswerter und auch die Auswahl ist groß. Beachtet werden sollte auf jeden Fall das Jahr der Herausgabe des Buches. Ist es vor 2003 datiert, sollte man lieber die Finger davon lassen, weil sich erfahrungsgemäß schon in wenigen Jahren sehr viel, vor allem was die Infrastruktur eines Landes betrifft, ändern kann und somit manche der Informationen nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind.

Klischee, aber gut.
Klischee, aber gut.
Das Standartwerk für alle Backpacker ist Lonely Planet, der umfangreiches Wissen über 120 Länder bereithält. Seit kurzem ist dieses Buch auch in deutscher Sprache erhältlich und auch im Internet zu vertreten. Wer Asien ins Auge fasst ist, ist mit Stefan-Loose-Reiseführern,  bestens beraten. Nach einem Studium der Anglistik und Politikwissenschaften hat der Autor und Verleger sein Hobby, das Reisen, zum Beruf gemacht. Seit 1978 hat er ganz Asien, was inzwischen zu seiner zweiten Heimat geworden ist, abgeklappert und alles Wissenswerte für Globetrotter aufgeschrieben. Später gründete er dann einen eigenen Verlag für Reisehandbücher, der im Jahre 2004 mit DuMont fusionierte. 
Rechtzeitiges VisumSind diese Vorbereitungen abgeschlossen, könnt ihr mit der konkreten Planung und Organisation des Unternehmens beginnen. Zuerst klärt ihr das Einreise-Problem: „Brauche ich ein Visum oder nicht?" Unterstützung liefern dabei einige aufschlussreiche Internetseiten, wie zum Beispiel VisaExpress.de (Links findet ihr unten). Wichtig ist, dass man sich rechtzeitig um diese unabdingbare Eintrittskarte in das Gastland kümmert und diesbezügliche Kosten einkalkuliert.

Danach heißt es, Ausschau halten nach dem besten Flugangebot. Da es unzählige Fluggesellschaften gibt, hat man auch hier die Qual der Wahl. Bei den Kriterien für die  Auswahl sollte an vorderster Stelle die Sicherheit stehen. Hier ist ein Blick auf die Schwarze Liste der in EU-Ländern gesperrten Luftfahrtunternehmen ratsam, eine geeignete Liste findet sich im Reise-Ressort bei Spiegel-Online.

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Andere Auswahlpunkte sind der Abflughafen, Zwischenlandungen, Komfort sowie bestimmte Inklusivleistungen, zum Beispiel  Rail and Fly und schließlich natürlich der Preis. Sind Zwischenlandungen vorgesehen? Manche Airlines bieten ein kostenloses Stopp-Over-Programm an. Das heißt, man bekommt zum Flug ein oder zwei Übernachtungen in Hotels der jeweiligen Stadt gratis dazu.

Es ist nicht einfach, sich in diesem Angebotsdschungel zurechtzufinden. An dieser Stelle sei auf das Magazin „Reise-Preise" verwiesen. Neben vielseitigen Reisetipps erfahrt ihr hier, nach Reisezielen geordnet, wer die wirklich besten Flugangebote bereit hält. Erfahrungen besagen, dass man sich auf Suchmaschinen im Internet, die mit einer „Bester-Preis-Garantie" offerieren, nicht verlassen kann, da bestimmte Fluggesellschaften bevorzugt, andere gar nicht gelistet werden. Häufig sind aber gerade letztere die günstigsten.
Gelinkte Preissuchmaschinen im NetzViele warnen vor den sogenannten Billigfliegern. Dazu besteht überhaupt kein Grund, schließlich ist zwischen Aldi und Edeka auch nichts anders, nur der Luxus eben ein wenig eingeschränkter. So auch bei den Airlines. Es handelt sich hierbei einfach um junge Unternehmen, die aber genauso mit modernen Fluggerät ausgestattet sind, sodass man keinerlei Sicherheitsrisiko eingeht. Gespart wird dagegen im Servicebereich, sei es durch den Verzicht auf Boardkarten mit Sitzplatzreservierung, kostenlose Verpflegung während des Fluges oder Videospielkonsole in der Rücklehne. In diesem Fall heißt es, rechtzeitig zum Boarding erscheinen, denn wer zuerst kommt, hat Aussicht auf beste Plätze. Entscheidet ihr euch für eine solche Luftfahrtgesellschaft, gilt es dennoch einiges zu beachten.

Oftmals sind die angeflogenen Flughäfen weit außerhalb der angegebenen Stadt, manchmal sogar mehr als hundert Kilometer. Somit wird ein zusätzlicher Transfer notwendig. Seid ihr auf einen Anschlussflug angewiesen, dann müsst ihr auf eine Umsteigezeit von mindestens drei Stunden achten, da es zum Hauptflughafen zwar stets einen Transfer (nicht immer unentgeltlich) gibt, aber die Fahrzeit bis dahin oftmals zwei Stunden oder gar noch länger beträgt. Am besten ihr informiert euch auch hier im Internet. Beachtung verdient des Weiteren, dass viele dieser Unternehmen ein Gewichtslimit für das Gepäck, welches unter dem einer „normalen" Fluggesellschaften liegt, als Richtlinie haben. Jedes zusätzliche Kilo geht richtig ins Geld.

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Wenn ihr beispielsweise Air Berlin mit Sprüchen wie „Für 29 Euro nach Rom" wirbt, dann sollte man das nicht wirklich ernst nehmen, da dies der Grundpreis ist, exklusive Steuern und Kerosinzuschlag. Für Hin- und Rückreise kommt demzufolge schnell ein dreistelliger Betrag zustande.

Wollt ihr wirklich zum Schnäppchenpreis fliegen, dann heißt es frühzeitig - am besten noch eher - buchen, denn auch das Kontingent der billigsten Plätze ist äußerst gering  und der Reisepreis steigt mit zunehmenden Buchungen.

Dennoch sind Germanwings und ähnliche Flatterflügel eine gute Alternative, wenn man für ein verlängertes Wochenende mal fix nach Paris oder London will. Das klingt nämlich genau so toll, wie es auch ist.

Mehr zum Individualreisen und was ihr dabei in Europa, Asien und Amerika beachten solltet - im Juli auf WOOLING.NET.


Reisführer:
lonelyplanet.de
stefan-loose.de

Visum:

visum.de
visumexpress.de/visum

Flüge:

Schwarze Liste bei Spiegel Online Reise
reise-preise.de
billig-flieger-vergleich.de



Fotos: WOOLING.NET - Antje Thomas

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  Meinungen (3)
von jo, on 03.07.2008 12:01
mal im ernst - jeder halbwegs normal mensch, der in den urlaub fährt, um auch etwas vom land zu sehen - macht der eine pauschalreise? ich glaube nein. wenn ich in ägypten am pool liegen will, muss ich nicht nach ägypten für teures geld fliegen, um sagen zu können: Hey, ich bin in ägypten gewesen ... erschreckend oft, die tatsache.
von Kerkerian, on 04.07.2008 06:31
'n paar Brocken Landessprache können auch nicht schaden. 'Guten Tag', 'Bitte', 'Danke' 'Sprechen sie Deutsch/Englisch?', 'Ja', 'Nein' sollte schon drin sein. 
Gerade in Frankreich kann's nämlich passieren, dass mancher Franzose etwas eingedickscht reagiert, wenn man ihn nicht wenigstens auf Französisch begrüßt, bevor man ihn fragt, ob er Englisch kann - manche sind da ziemlich stolz auf die Sprache der Grande Nation. :)
von jo, on 04.07.2008 07:19
und du bist stolz auf die sprache der "grande lusatia" oder so - "eingedickscht" - ;-)
 
 
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