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Eine Frage der Technik E-mail
by Herr Linke | Woanders | Friday, 21 March 2008   


Vor lauter Düdeldü, Pling-Pling und Knöpfchenenthusiasmus vergessen wir irgendwie, wer wir sind. Wissen wir ja auch. Wir wollten es nur nochmal gesagt haben.
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Superhandy, Ultraflachbildschirm, High-Tech-Laptop. Die Welt der Technik ist die Welt der Superlative und überall wird Neueres, wird Besseres auf den Markt geworfen. Selbstverständlich ist es eine Grunddisziplin des Teenagerdaseins, über neueste Technik zu fachsimpeln und dabei Eindruck zu schinden, so als wäre man Bill Gates persönlich. Aber braucht man den ganzen Zinnober wirklich?

Die Industrie wirft Sachen auf den Markt, die uns immer wieder aufs Neue zu begeistern haben. Wir sollen eben enthusiastisch Unsummen in unsere High-Tech-Schublade investieren. Aber was bringt es uns tatsächlich?

Mit einem Handy ist man überall erreichbar, sogar neben der Freundin im Bett. Und auch wenn man im Computer keine Relais mehr knacken hört, und keinen Abakus mehr braucht, stürzt er doch mit schöner Regelmäßigkeit ab. Eigentlich ist es doch so, dass uns die Technik abstumpft. Sie entfernt uns von uns selbst.

„Wer bin ich?",  „Was will ich?" oder „Was soll ich eigentlich auf dieser Welt?" Warum sollte man sich solche Fragen stellen, wenn man doch so schön bequem im Couch von der Glotze vorgekaut bekommt, was Leben eigentlich ist. Da ist es doch fast ein bisschen Schade, dass es keine Universalantwort gibt.

Eine Woche in einem Kloster mit älteren, schwarz-gekutteten Frauen ausharren oder eine Woche Landluft in der hintersten Ecke Böhmens atmen, bringen einen mal weg von der Medienabhängigkeit und haben eine Gemeinsamkeit: das dauerfiepende Handy und die Taschen-Beatbox durften zu Hause bleiben. Eine interessante Erfahrung, die ich jedem nur wärmstens ans Herz legen kann.

Man baut sogar ein entspannteres Verhältnis zu den Leuten um einen und vor allem zu sich selbst auf. Wenn erst die Verkablung passé ist, ist man auch nicht mehr so reizbar.

Nun wäre es schlicht eine Lüge zu behaupten, dass wir nichts benutzen sollten, wodurch Strom fließt. Aber welche Elektronik brauchen wir wirklich? Ein Telefon oder ein einfaches Handy, weil man ja für „offizielle Stellen" erreichbar sein muss - das wird nun mal vorausgesetzt. Auch ein Computer ist in vielen Berufen notwendig.

Können wir auf den Rest verzichten? Vielleicht. Sinnlos Zeit vor dem Computer zu verbringen hinterlässt eh nur den Nachdruck, dass man seine Zeit hätte besser nutzen können.

Aber diese Frage muss sich wohl jeder selber stellen.

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