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Die Gegen-Frequenztöter E-mail
by Herr Zinner | Woanders | Friday, 30 May 2008   


Es gibt lustigere Dinge, als dem Radio des 21. Jahrhunderts zu lauschen. Daran sind die Sender selbst Schuld. Aber der rettende Engel nahet schon!

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chtung, es folgt ein sonderlich ausgewaschenes, um nicht zu sagen abgedroschenes Thema.

Die deutsche Rundfunklandschaft gleicht dem Flickenteppich, durch den vor zweihundert Jahren mal ein deutscher Staat definiert war. Aber, wen interessiert das schon? Die paar Sender, die UKW am Leben erhalten, tanzen wild vor sich her und machen uns glaubhaft, wir würden vor lauter 5-Euro-Scheine-Sammeln und Cash-Call-Anrufen uns nichts Gescheites vorzunehmen wissen und unser Lebenselexier bestehe aus den besten Hits von Übergestern und der Top-3 der Mainstram-Charts, sofern es sich um eines der raren Jugendprogramme handelt.

Radio war mal ein bisschen Popkultur.
Radio war mal ein bisschen Popkultur.
Hitradio 1 bis 34 zum Wachwerden, ein bisschen Energy für die Jugend, die öffentlich-rechtliche Popopopwellen-Wellen zum Wohle der junggebliebenen Erwachsenen, und die Schlagerhitparade vorwärts und rückwärts im ersten Hörfunkprogramm für die Damen und Herren Fünfzigplus - damit dürften alle bedient sein. Was bleibt, das ist die Flucht in die Kulturprogramme und Info-Sender ... aber als Begleitmedium scheitern auch diese kläglich.
MP3 kills the radio star - kein WunderDie Radio-Hörerzahlen, zumindest die der Generation Ämm-Pii-Sriii gehen zurück. Das älteste der elektronischen Medien mag so recht keiner mehr ertragen wollen. Das ist auch ganz verständlich soweit. Genießer mit einem ausgewogenen Musikgeschmack bedienen sich dann doch lieber ihrer digitalisierten Plattensammlung oder kramen die gute alte Langspielplatte heraus, um nochmal ein bisschen Barry Graves zu erleben, seinerzeit bis zum Tod 1994 eine deutsche Radiolegende, um sich seinen eigenen heimischen Garagensender aufzubauen.

Zumindest aber war Radio ein Grund für Popkultur.
Zumindest aber war Radio ein Grund für Popkultur.
So viel der Vorrede. Wenn das Radio heute noch etwas erreichen möchte, dann müsste es sich neu erfinden. Oder so sein, wie es einmal war. Nur noch ein bisschen besser. Ein paar Sender sind so, man glaubt es kaum, nur leider werden sie außerhalb ihrer UKW-Reichweite kaum gehört und auch innerhalb dieser sind ihre Hörerzahlen jenseits von Gut und noch Böser und keineswegs aufwiegbar mit ihrem Produktionsaufwand.
Das Radio müsste sich neu erfinden - oder eben back to the rootsWOOLING.NET hat es sich zur Märtyrer Aufgabe gemacht, diese Sender vorzustellen. Was sie ausmacht ist gute Musik, fernab des Hit- und Chartswellen-Mainstreams und intelligente Menschen am Mikrofon. Wenns gut kommt, dann runden auch noch hörenswerte Beiträge das Programm ab.

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In loser Folge möchten wir euch die Sender näher bringen, kurz erklären, was sie so besonders macht, warum ihr sie hören müsst und wie ihr sie am dümmsten und auch am klügsten empfangt.

Nächste Woche geht es los. Dann werden wir euch das österreichische Jugend(kultur)radio FM4 vorstellen. Weiter geht es mit diversen Produktionen vom WDR, BR und RBB, aber auch freien Radios.

Bis dahin lauscht schon mal dem Henkerstitel eures bisherigen Nebenbeidudelprogramms. Ihr werdet es nie wieder hören. Müssen.

Fotos: Florian Zinner (Illustration), Photocase - cydonna (2), Wikimedia Commons (Senderlogos)

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  Comments (4)
Written by Kerkerian, on 30.05.2008 04:43
Scheint in letzter Zeit Mainstream zu sein, gegen Mainstream zu sein.
Written by Herr Zinner, on 30.05.2008 06:17
Scheint in letzter Zeit Mainstream zu sein, zu sagen, gegen Mainstream zu sein sei Mainstream.
Written by Kerkerian, on 30.05.2008 08:10
Nachdem das Fernsehprogramm zu mainstreamigem Blödsinn erklärt wurde (und zwar so oft, dass man es langsam nicht mehr lesen konnte) ist jetzt also das Radio an der Reihe.  
 
Alle vorgestellten Radiosender sind deine persönlichen Favoriten, nicht wahr? Kein Sputnik, kein Raute... um nur einige zu nennen.  
 
Hauptsache den Individuellen rauskehren...
Written by Herr Zinner, on 30.05.2008 12:15
Die hier gezeigten Senderlogos stellen eine Auswahl dar. Wie du lesen konntest, werden die Sender in loser folge vorgestellt, was auch für Webradioprojekte wie Byte.FM oder Raute spricht/sprechen kann. 
 
Im Text steht auch, woran die Sender ausgewählt werden. Den Satz "Hier seht ihr, welche Programme Herrn Zinner gut gefallen" kann ich nicht sehen. 
 
MDR Sputnik und Fritz werden aber eher keinen Text abbekommen - ersteres trotz und letzteres wegen Programmreformen ... 
 
Mein lieber Kerkerian, es scheint mir aber a bissl, als hättest du die Intention der Reihe missverstanden. Ich darf dich darauf aufmerksam machen, dass wir keine Sender, die man nicht hören soll, vorstellen wollen, sondern Sender, die man hören soll.  
 
Sender-Vorschläge sind jederzeit gern gesehen und wenn dir soviel daran liegt, und das ist ja offensichtlich, dann darfst du gerne so frei sein und selbst ein Stückchen Text verfassen. 
 
btw. Ach, und selbst wenn sie allesamt meine Lieblinge wären ... was wäre denn so schlimm daran? 
 
 
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