Der Klimawandel ist aus den Medien raus, also gibt es ihn wohl nicht mehr. Aber er kommt wieder. Versprochen. Spätestens dann, wenn die dritte Welt aufschreit.
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ochenlang gab es kaum ein anderes Thema als Eisbärenbaby „Knut", das als Symbol des Klimawandels und dessen Verhinderung benutzt wurde. Danach folgten Ideen, Pläne, Konferenzen (die mit nie da gewesener Medienpräsenz übertragen, kommentiert und verfolgt wurden). Auf einmal gab es kein anderes Thema als den Klimawandel. Jeder wollte plötzlich ökologisch leben, denken und handeln. Aufgrund der Ernsthaftigkeit und Wichtigkeit des Themas natürlich eine löbliche Sache, auch wenn der Klimawandel fast so schnell aus den Medien verschwand, wie er da hineinkam.
Co2-Champion.
Zumindest wurden im Zuge dieses Klimahypes auch ältere Ideen wieder aufgenommen oder mit neuer Popularität belegt. Sogar der Deutschen liebstes Kind wurde fast symbolhaft für den Kampf gegen die Globale Erwärmung. Die Fahrzeughersteller entdeckten einen neuen Wettbewerbszweig: Wer hat das umweltfreundlichste Auto? Der zuvor schon entwickelte Bio-Sprit erlebte auch einen völlig neuen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad. Hungersnöte durch Bio-SpritNun, da der Klimawandel aus den Medien verschwindet und man sich lieber um die Eskapaden des französischen Präsidenten oder rebellierende Tibeter kümmert, werden auch Kritiker, die zuvor im Hintergrund blieben, angehört. Denn: Der Bio-Sprit ist zwar eine tolle Sache, doch natürlich gibt es auch das berühmte „Aber". Durch die große Nachfrage an Bio-Sprit, der aus Mais, Reis, Zuckerrohr und Raps gewonnen wird, muss logischerweise auch mehr davon angebaut werden. Dadurch entstehen einerseits Monokulturen und andererseits Hungersnöte.
In den Ländern der Dritten Welt, also in Südostasien, Süd- und Mittelamerika und anderen, in denen man Mais, Reis und Zuckerrohr verstärkt angepflanzt, werden diese Rohstoffe nicht mehr wie bisher als Nahrungsmittel verwendet, sondern in die reichen Industrienationen exportiert, damit die dort lebenden Menschen weiterhin guten Gewissens autofahren dürfen. Dadurch steigen natürlich - ähnlich wie beim Öl - die Kosten für diese Rohstoffe enorm an, sodass sich in den meisten Ländern, wie zum Beispiel auch auf der Urlaubsinsel Haiti, ein Großteil der Bevölkerung seine selbsthergestellten Lebensmittel nicht mehr leisten kann. Zwar ist der Export von Mais und Zuckerrohr nicht der Auslöser der dortigen Hungersnöte, aber dennoch ein wichtiger, die Situation nur noch verschlimmernder Faktor. Kein Geld für eigene Lebensmittel
Wird jetzt teurer.
Natürlich soll das nicht heißen, dass von jetzt an wieder Brennstoffe wie Öl verwendet werden und wir wegen Hungersnöten lieber wieder die Globale Erwärmung vergessen. Aber zumindest sollte bei ihrer Verhinderung nicht auf die Ärmsten der Armen zurückgegriffen werden, da diese erstens eine geringere Mitschuld am Klimawandel tragen als Industriestaaten und zweitens nicht einfach mal zur Frittenbude nebenan gehen können, wenn sie Hunger haben. Fotos: Photocase - skyla80, jogen, chris-up
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