Ein Schluck Campus Cocktail für alle, die Mal vom Uni-Leben kosten wollen. Die Kolumne: Immer freitags alle zwei Wochen. Und immer mit Karla Kolumna.
Sommer, Sonne, 30 Grad. Und endlich können wir Studenten die heiße Jahreszeit auch genießen. Was der herkömmliche Studi so in zweieinhalb Monaten Semesterferien treibt: Heute im Campus Cocktail.
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eiß ersehnt und hart erkämpft. Die letzten Wochen waren nun echt nichts für schwache Nerven. Und schon gar nichts für Köpfe, in denen einfach kein Wissen hängen bleiben wollte. Drei Wochen Lernstress, schlaflose Nächte, soziale Verkümmerung. Die Bilanz: ernüchternd.
Trotzdem könnte sich die Freude bei mir ins unermessliche steigern. Denn jetzt ist er endlich da: der Sommer. Endlich Zeit für all die schönen und auch mal völlig sinnbefreiten Sachen, die man schon so lange einmal machen wollte. Nächtliche Stadtrundfahrten im letzten Wagon der Straßenbahnlinie 16, bei Wassermelone und einer kühlen Flasche billigem Perlwein zum Beispiel. Oder einfach nur mal einen ganzen Nachmittag lang faul im Park liegen und Formen von Broilern und E-Gitarren in den Wolken finden. Plötzlich fällt jeglicher Bezug zur Uni einfach nur von einem ab und ich für meinen Teil fühle mich mal wieder so richtig frei. Belegarbeiten? - nein danke. Der Gedanke daran, dass ich ja bis Ende August noch zwei Belegarbeiten abzugeben habe, ist auch erst einmal in unendliche Weiten verschwunden. Die werden erst dann interessant, wenn ich langsam ein Zeitproblem bekomme. An allererster Stelle ist jetzt chillen angesagt. Nicht anderes. Nichts.
Viele haben da ein nicht ganz so einfaches Los gezogen. Diejenigen beispielsweise, die sich kurz nach den Prüfungen gleich Hals über Kopf in ein Praktikum stürzen. Schön für den Lebenslauf - keine Frage. Nur würde mir im Sommer definitiv besseres einfallen. Ich bin da eher der Winterpraktikant, wenn die Badeseen ohnehin zugefroren sind, man sich im Zelt am Lagerfeuer den Allerwertesten abfrieren würde und sich das triste Licht des Winterhimmels nicht wirklich von den sterilen Neonröhren-Lampen im Büro abhebt. Dann verpasst man draußen eh nix und hinterm Schreibtisch an der Heizung ist es wenigstens noch schön warm. Praktikum im Freibad Aber jetzt? Hier? Bei eben gelobter Sonne und 30 Grad? Nee. No Way! Da könnte mir selbst die begehrteste Praktikumsstelle keine sonderliche Motivation entlocken. Naja, okay, bei einer Stelle als Bademeisterin in einem Freibad bei durchschnittlichen 23 Grad Wassertemperatur könnte ich mir das vielleicht noch einmal anders überlegen. Aber bei meinem Studiengang? Da ist der Beckenrand eher weniger als Praktikumsplatz geeignet. Leider.
Deswegen lass ich es lieber gleich bleiben. Würde nichts brauchbares dabei raus kommen. Da bin ich mir jetzt schon sicher.
Wahrscheinlich findet man mich stattdessen in drei Schichten Sonnencreme gehüllt und mit zehn Kugeln Eis in der Waffel am nächsten Baggersee. Ein bisschen in der Sonne brutzeln, Pigmente locken, damit die fahle Lernblässe aus dem Gesicht verschwindet und Sonne vortanken für den regnerischen Herbst. Sommer und Freunde - die perfekte Kombination Große Reisen werde ich in diesem Sommer nicht unbedingt unternehmen. Ist doch eigentlich auch ganz schön hier. Und bei dem Wetter? Da soll mir einer zeigen, wo es da jetzt noch schöner ist!
Sowieso - das einzige was man für einen perfekten Sommer braucht, sind die richtigen Leute, mit denen man ihn verbringt. Da ist es dann auch egal ob man am Strand liegt, oder bei stürmischem Sommergewitter am Küchentisch irgendeiner WG Karten spielt.
Aaaach, schön. Ich könnte stundenlang weiter philosophieren. Aber am besten ihr macht euch einfach selbst ein Bild von diesem unglaublichen Sommer. Mein Geheimrezept: Augen zu, Gedanken schweifen lassen und einfach tun, wozu man grad Lust hat. Achso ... und eincremen nicht vergessen.
In diesem Sinne - genießt den Sommer und fangt all die schönen Erinnerungen ein, damit ihr mit den sommerlichen Gedanken entspannt über den Winter kommt.
Es grüßt vom Sonnendeck: Karla
Sarah Seitz heißt eigentlich Karla Kolumna, sieht in Wahrheit hübscher aus als auf den Benjamin-Blümchen-Kassenttencovern und war der Meinung, dass WOOLING.NET eine Kolumne braucht. Jetzt darf sie selbst ran. Ist ihre eigene Schuld. Und weil ihr nichts besseres einfiel, schreibt sie eben hier immer freitags und immer alle zwei Wochen übers Uni-Leben. Live aus Leipzig wenigstens.
Achtung: Bevor du kommentierst, erinnere dich bitte noch einmal an deine gute Erziehung. Hab keine Angst, wenn dein Beitrag sinnentleert ist. Das kommt vor. Aber sei kreativ!
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