Ein Schluck Campus Cocktail für alle, die mal vom Uni-Leben kosten wollen. Die Kolumne: Immer Freitags alle zwei Wochen. Und immer mit Karla Kolumna.
Als ob sie nicht regelmäßig über den Helfern schon genug schwitzen würden, machen viele Studenten sich auch noch ihre übrige Zeit zum Marathon. Uni-Sport heißt das Stichwort. Dabei ist es schon fast ein eigener Sport überhaupt einen Platz in den heiß begehrten Turngruppen zu ergattern - heute im Campus Cocktail.
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as Semester hat noch nicht mal richtig angefangen, da stecken einige schon wieder voll im Uni-Alltag. Aber alles freiwillig - wohl gemerkt. Denn während die Bewegungsmuffel unter den Studenten die letzten Tage ihrer Ferien noch genüsslich auskosten, begeben sich die Uni-Sportler bereits in einen unerbittlichen Kampf um die Plätze in irgendeiner Volleyball- oder Rudermannschaft.
Der ganze Hype beginnt etwa eine Woche vor dem offiziellen Semesterbeginn und dauert ...nun ja ...eigentlich übers ganze akademische Halbjahr. Vorerst wird der Kampf aber nur virtuell übers Internet ausgetragen. Punkt neun fällt der Startschuss. Namen und Matrikelnummer in die Tastatur hacken was das Zeug hält und schließlich mit gehetztem, beschwingtem Mausklick den „Anmelden"-Button klicken. Abzüge in der B-Note sind zweitrangig. Der Schnellste gewinnt. Toller Wettkampf. Einen ähnlichen Adrenalinkick verspürt man wahrscheinlich nur noch beim Bungee-Springen. Nicht nur den Po, sondern auch die Nerven trainierenIn die zweite Runde geht es dann, wenn die Kurse wirklich beginnen. Neben Bauch, Beinen und Po trainiert man seine Nerven dann gleich mit. Denn dass man sich virtuell einen Platz „erspielt" hat, heißt in der Realität noch nicht wirklich viel. Es sind nämlich immer ein paar ganz Verbissene dabei, die trotz verpasster Chance versuchen doch noch mit reinzurutschen. Und mit denen muss man zuweilen heftig ins Wortgefecht treten. Wäre eigentlich auch ein schöner Sport - „Wort-Fechten" - zum Training der verbalen Schlagfertigkeit. Vielleicht sollte ich eine Meisterschaft darin ins Leben rufen. Oder erstmal einen Verein. Teilnehmer würden sich im Uni-Sport sicher genug finden.
Auf der anderen Seite ist der scheinbare Sport-Wahn unter den Studenten schon ganz gut nachzuvollziehen. Wer den ganzen Tag wie ein Schluck Wasser am Schreibtisch und über seinen Heftern hängt, braucht irgendwann einen Ausgleich. Den Drahtesel überredenTischtennis, Basketball, Badminton oder Pilates sind da ja nicht unbedingt die schlechtesten Möglichkeiten, um mal den Kopf frei zu kriegen. Außerdem sind die Kurse im Uni-Sport an den mageren Studenten-Geldbeutel angepasst. Warum also nicht mal was für die innere Ausgeglichenheit tun? Keine Frage - zumindest der Ansatz ist lobenswert. Nur wird eben besagte innere Ausgeglichenheit bei dem Run um die Plätze bereits jäh zerstört. Vielleicht sollte man dann doch lieber den Drahtesel zu einem längeren Ausritt überreden oder sich ganz unabhängig vom Uni-Sport mit ein paar Freunden einmal in der Woche zum Joggen treffen. Das ist genau so gut für den Körper und schont die Nerven.
Ich als bekennende Sofa-Kartoffel bevorzuge wenn dann letztere Variante. Dabei ist „Sport" bei mir mehr Mittel zum Zweck. Das Fahrrad muss mich auf schnellstem und direktem Wege in die Uni oder auf Arbeit befördern und zum wöchentlichen Treffen in der Schwimmhalle schaffe ich es auch nur, weil ich zwei Freunde dabei habe, die mich motivieren.
Uni-Sport ist da schon eher was für Profis mit starken Nerven. Mir ist selbst die Anmeldung schon viel zu anstrengend.
Sport frei: Karla
Sarah Seitz heißt eigentlich Karla Kolumna, sieht in Wahrheit hübscher aus als auf den Benjamin-Blümchen-Kassenttencovern und war der Meinung, dass WOOLING.NET eine Kolumne braucht. Jetzt darf sie selbst ran. Ist ihre eigene Schuld. Und weil ihr nichts besseres einfiel, schreibt sie eben hier immer freitags und immer alle zwei Wochen übers Uni-Leben. Live aus Leipzig wenigstens.
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