Ein Schluck Campus Cocktail für alle, die mal vom Uni-Leben kosten wollen. Die Kolumne: Immer Freitags alle zwei Wochen. Und immer mit Karla Kolumna.
Bikinifigur und einen durchtrainierten Hintern? Klar - hätte jeder gern, oder? Die Lösung: Fahrrad fahren. Den Schweinehund vor dem verschlossenen Gartentor kläffen lassen und den Drahtesel zum IH-AH-Sagen bringen - heute im Campus Cocktail.
M
eine Güte, war mein Fahrrad verdreckt, als ich es vor ein paar Monaten wieder aus dem Keller geholt hab. Unter mutiger Inkaufnahme einer akuten Staubvergiftung hab ich es schließlich aber doch zwischen dem ganzen Gerümpel hervor gekramt. So stand er dann vor mir, der eigentlich zutiefst verhasste Drahtesel, mit einem platten Reifen und jeder Menge Rostansatz.
Okay - nach einschlägigen Begegnungen, geprägt durch weiße Lieferwagen und dunkle Mittelklasseautos, hatte das gute Stück auch einige Blessuren davongetragen und wurde sträflich vernachlässigt. Aber warum sollte es der Schindmeere auch besser gehen als mir. Schließlich musste ich ja auch die ein oder andere Prellung und fiese Kratzer austragen. Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt. Genau. Und wer es hasst, sperrt es im Keller ein und guckt es nicht mehr an. Die Logik, sich selbst nicht mehr verarschen zu könnenEin knappes Jahr lang ging das auch ganz gut. So ein Semesterticket macht das Studentenleben aber auch enorm bequem und bietet der eh schon wuchernden Faulheit noch ein Terrain mehr, auf dem sie sich ausbreiten kann. Irgendwann siegt aber doch die Logik oder einfach die Erkenntnis, dass man sich nicht mehr länger selbst verarschen kann.
Man kann sich Fahrräder auch leihen.
Wenn man an der Haltestelle steht, schon wieder genervt ist, weil die Bahn zum zehnten Mal in dieser Woche verspätet ist und dann unzählige Studenten entspannt auf dem Drahtesel vorbeidüsen sieht. Und wenn man dann völlig abgehetzt ins Seminar stürzt und das Mädel, das eben noch auf dem Fahrrad vorbei gefahren kam, schon gemütlich an ihrem dritten Kaffee nippt. Spätestens dann sollte man wahrscheinlich doch noch einmal sein Zeitmanagement überarbeiten und wieder auf das zweirädrige Gefährt umsteigen. Mit dem Fahrrad ist man nämlich eindeutig schneller. Wer's nicht glaubt, kann's ja selbst probieren. Das Mädchen auf dem Fahrrad nippt schon gemütlich am dritten KaffeeWer aber so im Schweinsgalopp zur Uni geritten kommt, sollte sich einer Sache immer bewusst sein. Es gibt auch Chaoten und Besoffene, oder eben schlicht Leute, die grad mal ein Fahrrad brauchen und dann gern mal auf deins zurückgreifen, wenn es nicht ordentlich angeschlossen ist. Eine nicht für beide Parteien sonderlich befriedigende Tatsache.
Dem Bus den Rücken kehren und mit dem Strom schwimmen ... radeln.
Was mittlerweile auch immer beliebter wird, ist das Abbauen von einzelnen Teilen. Da kann es schon mal vorkommen, dass man nach der Vorlesung plötzlich keinen Sattel mehr hat oder nur noch der Rahmen am Schloss hängt und man zusehen kann, wie man ohne Räder nach Hause fährt. Es ist schon praktischer, sich das gesamte Fahrrad klauen zu lassenDa ist es schon praktischer, man lässt sich gleich das komplette Fahrrad klauen. Vielleicht findet man es ja auch auf einer der Fahrradversteigerungen wieder, die zweimal im Jahr in Leipzig stattfinden. Zwar muss man für sein Eigen dann noch einmal blechen und zudem hoffen, dass man nicht von einem exzessiven Fahrradsammler überboten wird. Aber wenigstens hat man dann sein Rad wieder, an dem ja so viel Herzblut und Erinnerungen hängen.
Mittlerweile habe ich mein Fahrrad wieder lieben gelernt. Hätte ich selbst ja nie gedacht, dass ich mich jemals wieder auf dieses Höllengerät schwinge. Aber ich muss ehrlich zugeben, dass es nur Vorteile hat. Es macht fit, spart Zeit und schont den Geldbeutel. Und die lobenden Blicke, die man ab und zu für sein straffes Hinterteil kassieren darf, sind nebenbei auch noch gut fürs Ego.
Es radelt winkend vorbei: Karla
Sarah Seitz heißt eigentlich Karla Kolumna, sieht in Wahrheit hübscher aus als auf den Benjamin-Blümchen-Kassenttencovern und war der Meinung, dass WOOLING.NET eine Kolumne braucht. Jetzt darf sie selbst ran. Ist ihre eigene Schuld. Und weil ihr nichts besseres einfiel, schreibt sie eben hier immer freitags und immer alle zwei Wochen übers Uni-Leben. Live aus Leipzig wenigstens.
Achtung: Bevor du kommentierst, erinnere dich bitte noch einmal an deine gute Erziehung. Hab keine Angst, wenn dein Beitrag sinnentleert ist. Das kommt vor. Aber sei kreativ!
Da der Microsoft Internet Explorer nicht den weltweiten Web-Standards entspricht, wird WOOLING.NET im Internet Explorer bis Version 6 noch fehlerhaft dargestellt. Alle Fehler konnten wir noch nicht beheben. Das betrifft vor allem Textausrichtung, Linien und Abstände. Um WOOLING.NET in voller Schönheit genießen zu können, legen wir euch ans Herz, den Internet Explorer zu aktualisieren oder am besten gleich kostenlos zu Mozilla Firefox oder Safari für Windows umzusteigen. Mehr zum Thema IE lesen »